Wie Produkt-, Kunden- und Versandsteuerklassen zu einer Steuerregel kombiniert werden und wie Sie Standardklassen sinnvoll voreinstellen.
Magentos Steuerberechnung basiert auf drei Bausteinen, die erst im Zusammenspiel einen tatsächlichen Steuersatz ergeben: einer Steuerklasse für das Produkt, einer Steuerklasse für den Kunden und einem Steuersatz für eine geografische Zone. Eine Steuerregel (Tax Rule) unter Stores > Taxes > Tax Rules verknüpft alle drei zu einer wirksamen Berechnungsvorschrift.
Produkt-Steuerklassen
Jedes Produkt trägt das Attribut Tax Class im Preis-Bereich der Produktbearbeitung. Standardmäßig liefert Magento die Klassen "Taxable Goods" und "None" mit. Eigene Klassen (z. B. "Reduzierter Steuersatz" für Bücher/Lebensmittel in Deutschland) legen Sie unter Stores > Settings > Tax Rules oder direkt im Produktformular über den kleinen "+"-Link neben dem Dropdown an – hilfreich, wenn Ihr Sortiment sowohl 19 %- als auch 7 %-Artikel enthält.
Kunden-Steuerklassen
Analog trägt jede Kundengruppe (siehe Kapitel "Kundengruppen") eine Customer Tax Class, meist "Retail Customer". Für B2B-Shops ist das der Hebel, um Geschäftskunden nach erfolgreicher USt-ID-Prüfung automatisch einer steuerbefreiten Klasse zuzuordnen (siehe nächstes Unterkapitel).
Steuerregeln zusammenbauen
Eine Steuerregel kombiniert eine oder mehrere Produkt-Steuerklassen, eine oder mehrere Kunden-Steuerklassen und einen oder mehrere zuvor angelegte Steuersätze (siehe nächstes Unterkapitel) zu einer benannten Regel mit Priorität und Berechnungsreihenfolge. Die Priorität steuert, ob mehrere gleichzeitig greifende Regeln addiert oder verschachtelt berechnet werden (relevant z. B. bei kombinierten Landes- und Gemeindesteuern in den USA – für den deutschen Standardfall reicht eine einzelne Regel mit Priorität 0).
Standardklassen als Zeitersparnis
Unter Stores > Configuration > Sales > Tax, Gruppe Tax Classes, legen Sie fest, welche Klasse neu angelegten Produkten/Versandpositionen automatisch zugewiesen wird. Das erspart Ihnen, bei jedem neuen Produkt die Steuerklasse manuell zu setzen – gerade bei Katalogen mit hundert plus Artikeln ein spürbarer Unterschied.
Praxis-Tipp: Legen Sie Steuerklassen sparsam an. Jede zusätzliche Kombination aus Produkt- und Kundenklasse vervielfacht die Anzahl der Regeln, die Sie pflegen müssen – für die meisten deutschen Shops reichen zwei Produktklassen (Regelsatz 19 %, ermäßigt 7 %) und eine bis zwei Kundenklassen (Endkunde, steuerbefreiter B2B-Kunde).