Kundenkonten verwalten
Kundengruppen
Kundensegmentierung
Wie Sie Kunden anhand von Kaufverhalten oder Standort in Segmente einteilen, um sie gezielter anzusprechen.
Während Kundengruppen eine feste, manuell zugewiesene Einteilung sind, geht Segmentierung einen Schritt weiter: Kunden werden automatisch anhand von Kriterien wie Bestellhistorie, Gesamtumsatz, Standort, Newsletter-Status oder zuletzt angesehenen Produkten in dynamische Gruppen einsortiert, die sich mit jeder neuen Bestellung selbst aktualisieren.
Wie das in der Praxis aussieht
- In Magento Open Source (Community Edition, wie in diesem Projekt) gibt es keine native Segmentierungs-Funktion – dafür werden meist Erweiterungen oder externe Marketing-Tools eingesetzt.
- In Adobe Commerce (Enterprise) ist "Customer Segments" unter Customers > Customer Segments als natives Feature enthalten und lässt sich direkt mit Cart-Preisregeln und E-Mail-Kampagnen kombinieren – z. B. automatisch 10% Rabatt für Kunden, die seit 90 Tagen nicht mehr bestellt haben.
- Ein einfacher, sofort verfügbarer Einstieg ohne Zusatzsoftware: die Berichte unter Reports > Customers (z. B. "Order Total" oder "Order Count", siehe Kapitel "Kundenberichte") nutzen, um manuell Zielgruppen zu identifizieren und diese dann z. B. für eine gezielte Newsletter-Kampagne zu exportieren.
Typische Segmentierungs-Kriterien
Auch ohne natives Segment-Feature lohnt es sich, folgende Fragestellungen im Blick zu behalten – meist manuell über Berichte oder ein angebundenes CRM/E-Mail-Tool beantwortbar: Wer hat in den letzten X Tagen nicht mehr bestellt (Reaktivierung)? Wer hat den höchsten Gesamtumsatz (VIP-Ansprache)? Wer hat sich für den Newsletter angemeldet, aber noch nie bestellt (Erstkäufer-Anreiz)? Wer bestellt regelmäßig dasselbe Produkt (Nachbestell-Erinnerung)?
Für die meisten kleineren und mittleren Shops ist eine Kombination aus Kundengruppen (für feste Preis-/Steuerlogik) und einem externen E-Mail-Marketing-Tool mit eigener, meist deutlich komfortablerer Segmentierung der praktikabelste Weg, statt auf Adobe Commerce zu wechseln.
Eigene Kundenattribute als Filterkriterium
Unter Stores > Attributes > Customer legen Sie eigene Kundenattribute an (z. B. "Branche" oder "Kundentyp" als Dropdown). Aktivieren Sie beim Anlegen die Option Add to Customer Grid, erscheint das Attribut als zusätzliche, filter- und sortierbare Spalte in Customers > All Customers – eine einfache Möglichkeit, Kunden auch ohne natives Segment-Feature nach eigenen Kriterien einzugrenzen.
Erweiterte Filter- und Exportfunktionen im Kunden-Grid
Über den Button Filters im Kunden-Grid lässt sich u. a. nach Kundengruppe, Land, PLZ, Website (bei Multi-Website-Setups) sowie nach Registrierungsdatum (Signed Up From/Signed Up To) einschränken. Das gefilterte Ergebnis exportieren Sie anschließend per Export-Button als CSV oder XML – die so erzeugte Liste lässt sich direkt in ein externes E-Mail-Marketing- oder CRM-Tool importieren, um dort eine feinere Segmentierung vorzunehmen.
Newsletter-Abonnenten als einfaches Segment
Unter Customers > Newsletter Subscribers finden Sie eine separate Liste aller Newsletter-Abonnenten mit Status (Subscribed, Unsubscribed, Not Active) unabhängig davon, ob zusätzlich ein Kundenkonto existiert. Praxis-Tipp: Diese Liste ist bereits ein einfaches, sofort nutzbares Segment "interessiert, aber ggf. noch kein Kunde" und eignet sich gut als Ausgangspunkt für Erstkäufer-Kampagnen.