Der Unterschied zwischen Website, Store und Store View – und wie Sie einen neuen Store View anlegen.
Magento organisiert mehrere Shop-Varianten in drei hierarchischen Ebenen, verwaltet unter Stores > Settings > All Stores:
- Website: die oberste Ebene, meist eine eigene Domain oder ein komplett getrennter Kundenstamm/Katalog. Kundenkonten sind standardmäßig websiteübergreifend geteilt, können aber pro Website isoliert werden.
- Store: eine Produktlinie oder Marke innerhalb einer Website, mit eigenem Root-Kategoriebaum – zwei Stores derselben Website können komplett unterschiedliche Kategoriestrukturen haben.
- Store View: die konkrete, für Besucher sichtbare Ausprägung, meist für eine Sprache – z. B. "Deutsch" und "English" innerhalb desselben Stores, mit identischem Produktkatalog, aber übersetzten Inhalten.
Wann brauche ich mehr als eine Ebene?
Für reine Mehrsprachigkeit (ein Katalog, mehrere Sprachen, wie in diesem Projekt) reicht in der Regel EINE Website und EIN Store mit mehreren Store Views. Mehrere Websites lohnen sich erst bei wirklich getrennten Geschäftsmodellen (z. B. B2C- und B2B-Shop mit unterschiedlichen Domains und Kundenstämmen), mehrere Stores bei unterschiedlichen Sortimenten unter derselben Domain (z. B. zwei Marken mit eigenem Kategoriebaum).
Einen neuen Store View anlegen
Über Create Store View legen Sie einen neuen an: Store zuordnen, Name (im Backend-Dropdown sichtbar) und Code (technischer Bezeichner, wird intern u. a. für Store-Switch-URLs und CLI-Befehle verwendet, sollte kurz und ohne Sonderzeichen sein) vergeben, Status auf "Enabled" setzen. Danach unter Stores > Configuration im Scope-Dropdown links oben den neuen Store View auswählen, um store-spezifische Werte wie Sprache oder Basis-Währung zu setzen – ohne diesen Schritt bleibt der neue Store View technisch zwar existent, aber inhaltlich identisch zum Ursprung.
Root-Kategorie und Standard-Store-View je Store
Beim Bearbeiten eines Store (nicht Store View!) unter Stores > Settings > All Stores – Klick auf die Store-Zeile, nicht auf einen einzelnen Store View – finden Sie zwei zentrale Felder: Root Category legt fest, welcher Knoten im Kategoriebaum als Navigationswurzel für alle Store Views dieses Stores dient (Hauptmenü und Kategorieseiten zeigen nur Unterkategorien dieser Root Category). Default Store View bestimmt, welcher Store View geladen wird, wenn ein Besucher die Basis-URL des Stores ohne explizite Sprachwahl aufruft. Praxis-Tipp: Legen Sie für jeden Store eine eigene Root Category an, auch wenn der Produktkatalog identisch bleibt – sonst lassen sich Kategorieseiten später nicht store-spezifisch strukturieren.
Sortierreihenfolge im Store-Switcher
Im Bearbeitungsformular eines Store Views gibt es neben Name, Code und Status auch das Feld Sort Order. Es bestimmt die Reihenfolge, in der die Store Views im Scope-Dropdown des Backends und im Store-/Sprach-Switcher des Frontends erscheinen – niedrigere Werte werden zuerst angezeigt. Ohne explizite Sortierung erscheinen neue Store Views meist am Ende der Liste, was bei einer wachsenden Zahl an Sprachen schnell unübersichtlich wird.
Store View deaktivieren statt löschen
Ein Store View lässt sich zwar über die Papierkorb-Aktion vollständig löschen, das entfernt aber unwiderruflich alle zugehörigen URL-Rewrites und store-spezifischen Inhalte. Praxis-Tipp: Setzen Sie stattdessen im Bearbeitungsformular Status auf "Disabled", wenn eine Sprache temporär oder dauerhaft nicht mehr live sein soll – der Store View bleibt so als Datencontainer erhalten und kann bei Bedarf reaktiviert werden. Nach jeder Statusänderung ist ein vollständiger Cache-Flush sowie ein Reindex nötig, da deaktivierte Store Views z. B. aus der Sitemap und dem Store-Switcher verschwinden müssen.